Fachpraktische Ausbildung (FPA)

Die Ausbildung an der Beruflichen Oberschule sieht einen starken Bezug zur beruflichen Praxis vor. Praktische Erfahrungen werden an der Fachoberschule im Rahmen der fachpraktischen Ausbildung in der 11. Jahrgangsstufe erworben.

Die fachpraktische Ausbildung erfolgt in der Regel in Blockform von unterschiedlicher Dauer in Betrieben, der Verwaltung oder in sozialen Einrichtungen im Wechsel mit dem allgemeinen und fachtheoretischen Unterricht an der Schule. Dieser Wechsel von Theorie und Praxis bietet vor allem im fachtheoretischen Unterricht die Möglichkeit, auf praktische Kenntnisse und Fähigkeiten zurückzugreifen.

Daneben bietet die fachpraktische Ausbildung eine Orientierungshilfe für die Berufsfindung und eine erste Begegnung mit der Arbeitswelt. Mit der fachpraktischen Ausbildung sollen auch die Fähigkeiten gefördert werden, im Team zu arbeiten, Probleme zu erkennen und Arbeit selbst zu organisieren.

Die fachpraktische Ausbildung umfasst die Hälfte der Unterrichtszeit in der Jahrgangsstufe 11. Die zeitliche Dauer während der Praktikumswochen entspricht in etwa einer Vollzeitbeschäftigung.

 

Aufgaben und Ziele

Ein Wesensmerkmal des Schultyps Fachoberschule ist die starke Praxisbezogenheit. Dies zeigt sich vor allem darin, dass für die Jahrgangsstufe 11 neben dem Unterricht in der Schule eine fachpraktische Ausbildung in qualifizierten Ausbildungsstellen stattfindet. Diese fachpraktische Ausbildung erfolgt im wöchentlichen Wechsel mit dem Unterricht und umfasst somit die Hälfte des Schuljahres.

Je nach Ausbildungsrichtung absolvieren die Schüler ihr Praktikum in unterschiedlichen Gebieten:

  • Sozialwesen
    Kindertagesstätten, Schulen und sozial- und heilpädagogische Einrichtungen

  • Wirtschaft
    Banken, Handel, Dienstleistungen, Industrie, öffentliche Verwaltung

Nach dem Zwischenzeugnis wechselt jeder Schüler die Ausbildungsstelle, um zwei verschiedene Bereiche kennen zu lernen.

Aufgabe der fachpraktischen Ausbildung ist es u.a.

  • eine erste Begegnung mit der Arbeitswelt und ihrem sozialen Umfeld zu ermöglichen

  • praktische Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln

  • eine Orientierungshilfe für die Berufsfindung zu verschaffen.

Dabei bietet sich den Schülern eine wertvolle Chance für den späteren Einstieg in die Arbeitswelt.
Manchmal ergeben sich aus diesen Kontakten sogar spätere Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisse.

 

Allgemeine Informationen zur fachpraktischen Ausbildung (fpA) in der Ausbildungsrichtung Wirtschaft und Verwaltung

Organisation

Die fachpraktische Ausbildung (fpA) wird von der Fachoberschule organisiert, betreut und beurteilt. Sie gliedert sich in zwei Abschnitte. Jeder Abschnitt erstreckt sich über ein Schulhalbjahr.
Der Unterricht und die fachpraktische Ausbildung erfolgen im wöchentlichen Wechsel.
Alle Schüler lernen somit im Laufe des Schuljahres zwei Praktikumsbetriebe kennen.

 

Rechtlicher Rahmen

Alle Praktikanten behalten den Schülerstatus bei und sind bei der Fachoberschule gegen Haftpflicht und Unfall versichert. Dieser Versicherungsschutz gilt nicht für das Lenken von Kraftfahrzeugen.
Jeder Praktikant hat Anspruch auf Anleitung und angemessene Einsatzweise im Betrieb.
Eine Entlohnung ist mit der Schulordnung nicht vereinbar.
Neben der Fachoberschul- und Berufsoberschulordnung (FOBOSO)sind die §§ 3 bis 5 des Arbeitszeitgesetzes und die §§ 4, 8 und 13 bis 18 des Jugendarbeitsschutzgesetzes in der jeweils geltenden Fassung zu beachten.

 

Zeitplan der fpA im Schuljahr 2017/2018

Die betrieblichen Einsatzzeiten für das Schuljahr 2017/2018 entnehmen Sie bitte dem gesonderten Praktikumsplan.

 

Arbeitszeit

Die Arbeitszeit richtet sich nach den Gegebenheiten der Praktikumsstelle in Abstimmung mit der Schule und den Bestimmungen der Schulordnung. Die wöchentliche Regelarbeitszeit der Schüler im Betrieb soll zwischen 36,5 und 38,5 Zeitstunden betragen.

 

Versäumnisregelung

Eine wesentliche Voraussetzung für die Anerkennung des Praktikums ist die Vollständigkeit der Teilnahme. Ist ein Schüler aus zwingenden Gründen (z. B. Krankheit) verhindert, an der fachpraktischen Ausbildung teilzunehmen, so sind der Praktikumsbetrieb und die Schule unverzüglich (also vor Dienstbeginn) telefonisch zu verständigen. Eine schriftliche Entschuldigung wird vom Schüler nach spätestens drei Tagen an der Schule vorgelegt. Die Ausbildungsstätte kann in dringenden Fällen Beurlaubungen bis zu einem halben Tag gewähren. Die Schule ist hiervon jeweils zu verständigen (siehe FOBOSO).
Bei einer Häufung von versäumten Praktikumstagen sollen diese nachgeholt werden; dafür stehen die Ferien einschließlich der Sommerferien nach der Jahrgangsstufe 11 zur Verfügung. Wurden mehr als fünf Praktikumstage ohne ausreichende Entschuldigung versäumt, ist die fachpraktische Ausbildung nicht bestanden.

 

Verhaltensregeln

Die Beachtung der an der Praktikumsstelle üblichen Verhaltensregeln wird auch von Fachoberschülern erwartet. Sie unterliegen wie das übrige Personal der jeweils geltenden Hausordnung, soweit Sinn und Zweck der fpA nicht entgegenstehen. Schüler sind zum Stillschweigen über alle betrieblichen Angelegenheiten verpflichtet, die ihnen im Rahmen der fpA zur Kenntnis gelangen, soweit diese der Geheimhaltung unterliegen.


Ausbildungsnachweis/Praktikumsheft

Jeder Schüler hat einen Ausbildungsnachweis zu führen, den er am Ende der jeweiligen Praktikumswoche dem Praxisanleiter im Betrieb und zu Beginn der folgenden Schulwoche dem Praktikumsbetreuer an der Schule jeweils zur Unterschrift vorlegt.

 

Beurteilungsbogen

Pro Halbjahr erhält der Praxisanleiter des jeweiligen Praktikumsbetriebes 2 x einen Einschätzungsbogen, in dem die Leistungen des Praktikanten während des Praktikums bewertet werden. Dieser Einschätzungsbogen geht zur Bewertung der Leistungen in der fachpraktischen Ausbildung an die Schule zurück.
Die Einschätzung soll dem Schüler auch eine Rückmeldung über den Einsatz in seiner Praktikumsstelle geben und mit dem Schüler besprochen werden.

 

Begleitende Veranstaltungen

Während der Schulzeit finden praxisbegleitende Veranstaltungen statt, die der Vertiefung, der Aufarbeitung und Nachbereitung der gesammelten Erfahrungen dienen.
Es können auch ausnahmsweise gemeinsame Unternehmens-Exkursionen/Veranstaltungen für alle Schüler stattfinden. Dies wird den Praktikumsbetrieben, soweit sie betroffen sind, im Einzelfall rechtzeitig mitgeteilt.


Bad Wörishofen, im Januar 2018

Karl M. Döß, Studiendirektor
Praktikumsbetreuer, Stellv. Schulleiter